Befehle, Verbote und das Anreden

A2 فِعْلُ الأَمْرِ والنَّهْيِ والنِّداء 36 / 70

Kurz gefasst

Arabisch hat keine eigene „Befehlsform“ zum Auswendiglernen. Alles hier ist aus dem مَجْزوم gebaut, den du in Lektion 35 gelernt hast. Nimm den أَنْتَ-Jussiv, schlag ihm das Präfix ab, und du hast einen Befehl: aus تَكْتُبْ wird اُكْتُبْ. Lass das Präfix dran und setze لا davor, und du hast ein Verbot: لا تَكْتُبْ. Zwei Operationen an einer Form, die du schon besitzt.

Das einzig wirklich neue Stück Schreibung ist das kleine Alif, das vorne an اُكْتُبْ erscheint. Es ist da, weil Arabisch ein Wort nicht mit einem vokallosen Konsonanten beginnen kann, und es ist eine هَمْزَةُ الوَصْل – ein nacktes ا, nie أ. Die Lektion endet mit dem dritten Weg, Wörter auf eine Person zu richten: يا, die Vokativpartikel. Sie wirkt trivial und verbirgt eine echte Regel, weil der Name, den du rufst, eine Endung nimmt, die du sonst nirgendwo gesehen hast.

Die Regel

1. Der Imperativ ist der Jussiv minus Präfix. Fang bei der 2. Person des مُضارِع مَجْزوم an – genau der Form, die Lektion 35 gedrillt hat – und lösche das تـ:

تَكْتُبْ -> كْتُبْ / تَجْلِسْ -> جْلِسْ / تُساعِدْ -> ساعِدْ

Das ist die ganze Operation. Den Imperativ gibt es nur in der 2. Person, also gibt es genau fünf davon: einen für jedes von أَنْتَ، أَنْتِ، أَنْتُما، أَنْتُمْ، أَنْتُنَّ.

2. Wenn der Stamm jetzt auf einem Sukūn öffnet, stütze ihn mit هَمْزَةُ الوَصْل. كْتُبْ ist unaussprechbar: kein arabisches Wort beginnt mit einem vokallosen Konsonanten. Arabisch löst das, indem es ein Hilfs-Alif davor schreibt, und dieses Alif wird durch ein schlichtes Echo vokalisiert:

  • wenn der Stammvokal des مُضارِع eine Damma ist, nimmt das Alif eine Damma: يَكْتُبُ -> اُكْتُبْ، يَدْخُلُ -> اُدْخُلْ، يَنْظُرُ -> اُنْظُرْ
  • sonst (Kasra oder Fatha) nimmt das Alif eine Kasra: يَجْلِسُ -> اِجْلِسْ، يَفْتَحُ -> اِفْتَحْ، يَذْهَبُ -> اِذْهَبْ

Schau auf den mittleren Radikal des Präsens und kopiere seinen Vokal, oder falle auf Kasra zurück. اُكْتُبْ hat zwei Dammas, اِجْلِسْ zwei Kasras, اِفْتَحْ eine Kasra und dann eine Fatha – nie ein Damma-Alif über einem Fatha-Stamm.

3. Es ist ein nacktes ا, nie ein ء. Das ist der mit Abstand häufigste Schreibfehler im ganzen Thema. اُكْتُبْ wird mit einem schlichten Alif geschrieben, das nur sein Vokalzeichen trägt. أُكْتُبْ zu schreiben macht daraus eine هَمْزَةُ القَطْع, einen anderen Buchstaben mit anderem Verhalten – siehe die Hamza-Lektion des Ausspracheleitfadens. Den Unterschied hörst du in dem Moment, in dem ein anderes Wort zuerst kommt, weil eine هَمْزَةُ الوَصْل dort einfach nicht ausgesprochen wird:

وَاكْتُبْ رَقْمَكَ. / ثُمَّ اجْلِسْ. / وَانْتَظِرْ قَليلًا.

Das Alif bleibt auf der Seite und verstummt im Mund: wa-ktub, nicht wa-uktub.

4. Manche Stämme brauchen gar kein Alif. Wenn das Löschen des Präfixes einen Konsonanten hinterlässt, der schon einen Vokal trägt, bist du fertig – nichts wird hinzugefügt. Das deckt die abgeleiteten Verben, deren مُضارِع ein Damma-Präfix oder eine verdoppelte/gelängte Öffnung hat:

تُعَلِّمْ -> عَلِّمْ / تُساعِدْ -> ساعِدْ / تَتَعَلَّمْ -> تَعَلَّمْ / تَتَعاوَنْ -> تَعاوَنْ

5. Der IV. Stamm behält seine هَمْزَةُ القَطْع. Eine Familie ist die Ausnahme zu Regel 3. Verben vom Typ أَرْسَلَ / يُرْسِلُ tragen eine echte Hamza als Teil des Musters, und sie kommt im Imperativ mit einer Fatha auf أ zurück:

يُرْسِلُ -> أَرْسِلْ / يُغْلِقُ -> أَغْلِقْ / يُعْطي -> أَعْطِ

Also ist أَرْسِلْ mit أ richtig und اُكْتُبْ mit ا richtig; sie sind nicht inkonsequent, sie sind zwei verschiedene Hamzas. Die längeren Muster, die mit اِ öffnen – اِنْتَظِرْ، اِسْتَمِعْ – funktionieren genau wie اُكْتُبْ. Die Familien selbst sind die Lektionen 46–48.

6. Fünf Angesprochene, und das ن, das verschwindet. Weil der Imperativ der Jussiv ist, sind die Endungen die Jussivendungen: das نونُ الرَّفْعِ von تَكْتُبينَ، تَكْتُبانِ، تَكْتُبونَ wird gelöscht, und der maskuline Plural ـوا wird mit einem stummen Alif danach geschrieben.

اُكْتُبْ، اُكْتُبي، اُكْتُبا، اُكْتُبوا، اُكْتُبْنَ

Das ن in der letzten Form ist nicht dasselbe ن: نونُ النِّسْوَةِ ist das Subjektpronomen „ihr Frauen“ selbst, Teil des Wortes, und es fällt nie. Deshalb behält اُكْتُبْنَ sein ن, während اُكْتُبوا eines verliert.

7. Die unregelmäßigen Verben sind kürzer, nicht schwerer. Was der Jussiv tut, tut der Imperativ. Hohle Verben (الأَجْوَف) verlieren ihren langen Vokal: تَقُلْ -> قُلْ، تَكُنْ -> كُنْ، تَبِعْ -> بِعْ، تَنَمْ -> نَمْ. Weil das Ergebnis auf einem vokalisierten Konsonanten öffnet, wird kein Alif hinzugefügt. Der lange Vokal kehrt zurück, sobald eine Endung folgt: قولي، قولوا، كونوا.

Drei sehr häufige Verben lassen einfach ihre anfängliche Hamza fallen: أَخَذَ -> خُذْ، أَكَلَ -> كُلْ، أَمَرَ -> مُرْ. Verben mit schwachem letztem Radikal (النّاقِص) verlieren ihn im Jussiv und deshalb im Imperativ: تَمْشِ -> اِمْشِ، تَنْسَ -> اِنْسَ، تَدْعُ -> اُدْعُ. Und ein verdoppeltes Verb (المُضَعَّف) behält seine Schadda und endet normalerweise auf einer Fatha: يَرُدُّ -> رُدَّ، يَعُدُّ -> عُدَّ – رُدِّ und das auseinandergezogene اُرْدُدْ sind ebenfalls richtig (Lektion 35), aber die Fatha ist die Form, die du treffen wirst.

8. Ein finales Sukūn trifft الـ. اُكْتُبْ endet auf einem vokallosen Konsonanten. Wenn das nächste Wort mit einer هَمْزَةُ الوَصْل beginnt – und الـ ist eine – würden zwei stumme Konsonanten zusammenstoßen, also nimmt der Imperativ eine Kasra, um sie zu trennen:

أَغْلِقْ + البابَ -> أَغْلِقِ البابَ / قُلْ + الحَقيقَةَ -> قُلِ الحَقيقَةَ

Das ist dieselbe Reparatur, die du in لَيْسَتِ الغُرْفَةُ gesehen hast (Lektion 23). Angehängte Objektpronomen werden ohne solchen Aufwand hinzugefügt: اُكْتُبْهُ، خُذْها، ساعِدْني.

9. Das Verbot ist لا + Jussiv. Um zu verbieten, verneinst du den Imperativ nicht – so etwas wie *لا اُكْتُبْ gibt es nicht. Du gehst zurück zur مُضارِع مَجْزوم der 2. Person und setzt لا النّاهِيَة davor:

لا تَكْتُبْ، لا تَكْتُبي، لا تَكْتُبا، لا تَكْتُبوا، لا تَكْتُبْنَ

Das Präfix bleibt, das ن der Plural- und Femininformen fällt weiterhin, und unregelmäßige Verben kürzen sich genau wie im Positiven: لا تَقُلْ، لا تَكُنْ، لا تَنْسَ، لا تَخَفْ.

10. لا النّاهِيَة und لا النّافِيَة unterscheiden sich um einen Vokal. Dasselbe kleine Wort لا steht vor einem مُضارِع-Verb in zwei völlig verschiedenen Aufgaben, und nur der finale Vokal trennt sie:

  • لا تَكْتُبْ. – Jussiv, Sukūn: „Schreib nicht.“
  • لا تَكْتُبُ. – Indikativ, Damma: „Du schreibst nicht.“

Das ist eine echte Ambiguität, keine theoretische. An einer Pause fällt die Damma in der Pausalform ohnehin, also klingen die zwei identisch, wenn der Satz dort endet; und in gewöhnlichem unvokalisiertem Arabisch werden beide لا تكتب geschrieben. Muttersprachliche Leserinnen entscheiden aus dem Kontext, und das wirst du auch – ein einzelnes لا تدخن an einer Tür ist ein Befehl, und لا يدخن في المكتب in einem Absatz über Büroregeln ist eine Aussage. Wenn du selbst vokalisiertes Arabisch schreibst, ist der Vokal deine Verantwortung.

11. Jemanden anreden: يا + ein nackter Name. Die Vokativpartikel ist يا, und sie wird viel freier gebraucht als deutsches „O“ – es ist die normale Art, einen Namen an das zu hängen, was du sagst. Ein einzelner Eigenname danach ist مَبْنِيٌّ عَلى الضَّمِّ: eine Damma, und entscheidend kein Tanwīn, obwohl مُحَمَّدٌ eines trägt, wenn es allein steht.

يا مُحَمَّدُ / يا فاطِمَةُ / يا سَميرُ

Dieselbe Endung erscheint, wenn du jemanden nach der Rolle statt nach dem Namen anredest – die النَّكِرَة المَقْصودَة, „eine bestimmte von diesen“: يا سائِقُ، يا مُهَنْدِسُ، يا أُسْتاذُ. Duale und gesunde maskuline Plurale behalten die Gestalt, die sie im Nominativ hätten: يا مُهَنْدِسانِ، يا مُهَنْدِسونَ.

12. Wenn die angesprochene Person etwas besitzt, wird es Akkusativ. In dem Moment, in dem das gerufene Wort die erste Hälfte einer إِضافَة ist (Lektion 20), ist die Damma weg und das Wort ist مَنْصوب:

يا صاحِبَ البَيْتِ / يا مُديرَ المَدْرَسَةِ / يا أَبا عُمَرَ

يا أَبا عُمَرَ zeigt es klar: أَبٌ ist eines der fünf Nomina, deren Akkusativ ein langes ـا ist, also ist „Vater von Umar“ أَبا, nicht أَبو. Ein Pronomen zählt ebenfalls als zweite Hälfte, weshalb يا أُسْتاذي، يا أُمّي، يا صَديقي ebenfalls Akkusativ sind – du siehst die Endung unter dem ي nur nicht.

13. يا trifft nie الـ; nimm أَيُّها. *يا الطّالِبُ ist unmöglich – die eine alltägliche Ausnahme ist يا اللهُ. Um jedes andere Nomen mit Artikel zu rufen, setzt Arabisch ein Pufferwort ein: أَيُّها vor einem maskulinen Nomen, أَيَّتُها vor einem femininen, und das Nomen danach bleibt مَرْفوع:

يا أَيُّها الطّالِبُ / يا أَيُّها النّاسُ / يا أَيَّتُها الطّالِبَةُ

Das ist die Standarderöffnung jeder Rede oder Ansage, und dort fällt يا gewöhnlich ganz weg: أَيُّها السّادَةُ، أَيُّها الحُضورُ.

14. Das ist nicht Thema dieser Lektion. Es gibt einen Weg, eine 3. Person oder ein „wir“ zu befehlen: لِـ + Jussiv, genannt لامُ الأَمْرِ – لِيَكْتُبْ „er soll schreiben“, لِنَذْهَبْ „lass uns gehen“, und nach وَ oder فَ verliert das Lām seinen Vokal: وَلْيَكْتُبْ. Erkennen, nicht selbst bilden. Die Namen der Endungen selbst – warum der gerufene Name auf einer Damma „gebaut“ ist statt einfach مَرْفوع – gehören zum Kasussystem in Lektion 40.

Formen und Muster

Vom Präsens zum Befehl

المُضارِع (هُوَ)المَجْزوم (أَنْتَ)Präfix entferntالأَمْرÜbersetzung
يَكْتُبُتَكْتُبْكْتُبْاُكْتُبْschreib!
يَدْخُلُتَدْخُلْدْخُلْاُدْخُلْkomm rein!
يَجْلِسُتَجْلِسْجْلِسْاِجْلِسْsetz dich!
يَذْهَبُتَذْهَبْذْهَبْاِذْهَبْgeh!
يَفْتَحُتَفْتَحْفْتَحْاِفْتَحْöffne!
يُعَلِّمُتُعَلِّمْعَلِّمْعَلِّمْlehre!
يُساعِدُتُساعِدْساعِدْساعِدْhilf!
يَتَعَلَّمُتَتَعَلَّمْتَعَلَّمْتَعَلَّمْlern!
يُرْسِلُتُرْسِلْرْسِلْأَرْسِلْschick!
يَنْتَظِرُتَنْتَظِرْنْتَظِرْاِنْتَظِرْwarte!
يَسْتَمِعُتَسْتَمِعْسْتَمِعْاِسْتَمِعْhör zu!

Die fünf Angesprochenen, positiv und negativ

المُخاطَبالمُضارِعالأَمْرالنَّهْي
أَنْتَتَكْتُبُاُكْتُبْلا تَكْتُبْ
أَنْتِتَكْتُبينَاُكْتُبيلا تَكْتُبي
أَنْتُماتَكْتُبانِاُكْتُبالا تَكْتُبا
أَنْتُمْتَكْتُبونَاُكْتُبوالا تَكْتُبوا
أَنْتُنَّتَكْتُبْنَاُكْتُبْنَلا تَكْتُبْنَ

Unregelmäßige Verben, die man auswendig können sollte

Typالماضي / المُضارِعأَنْتَأَنْتِأَنْتُمْÜbersetzung
أَجْوَفقالَ / يَقولُقُلْقوليقولواsag!
أَجْوَفكانَ / يَكونُكُنْكونيكونواsei!
أَجْوَفباعَ / يَبيعُبِعْبيعيبيعواverkauf!
أَجْوَفنامَ / يَنامُنَمْنامينامواschlaf!
مَهْموزأَخَذَ / يَأْخُذُخُذْخُذيخُذواnimm!
مَهْموزأَكَلَ / يَأْكُلُكُلْكُليكُلواiss!
ناقِصمَشى / يَمْشياِمْشِاِمْشياِمْشواgeh!
ناقِصنَسِيَ / يَنْسىاِنْسَاِنْسَيْاِنْسَوْاvergiss!
مُضَعَّفرَدَّ / يَرُدُّرُدَّرُدّيرُدّواgib zurück!
مِثالوَقَفَ / يَقِفُقِفْقِفيقِفواhalt!

Beachte اِمْشِ gegen اِمْشي: der maskuline Singular endet auf einer nackten Kasra, und die Form mit geschriebenem ي ist die, die du zu einer Frau sagst. Dual und die أَنْتُنَّ-Spalte sind hier nur weggelassen, damit die Tabelle lesbar bleibt; sie werden wie alles andere aus dem Jussiv gebaut (اِمْشِيا، اِمْشينَ).

Wen du anredest, und welche Endung er nimmt

المُنادىEndungBeispiel
ein einzelner Nameمَبْنِيٌّ عَلى الضَّمِّ, kein Tanwīnيا مُحَمَّدُ، يا فاطِمَةُ
eine Person, nach der Rolle angeredetdieselbe Dammaيا سائِقُ، يا أُسْتاذُ
Dual / gesunder maskuliner Pluralwie im Nominativيا مُهَنْدِسانِ، يا مُهَنْدِسونَ
erste Hälfte einer إِضافَةمَنْصوبيا صاحِبَ البَيْتِ، يا مُديرَ المَدْرَسَةِ
eines der fünf Nomina, annexiertمَنْصوب mit ـايا أَبا خالِدٍ، يا أَبا عُمَرَ
an ein Pronomen annexiertمَنْصوب, Endung verborgenيا أُسْتاذي، يا أُمّي
ein Nomen, das الـ trägtيا أَيُّها / أَيَّتُها + مَرْفوعيا أَيُّها الطّالِبُ، يا أَيَّتُها الطّالِبَةُ

Beispiele

العربيةDeutsch
اُكْتُبْ رَقْمَ هاتِفِكَ هُنا، مِنْ فَضْلِكَ.Schreib bitte hier deine Telefonnummer.
أَغْلِقِ البابَ؛ الجَوُّ بارِدٌ اليَوْمَ.Mach die Tür zu; es ist heute kalt.
اِفْتَحي النّافِذَةَ قَليلًا.Öffne das Fenster ein wenig.
اِجْلِسوا هُنا، مِنْ فَضْلِكُمْ.Setz dich bitte hierhin.
قُلْ لي ماذا حَدَثَ بِالضَّبْطِ.Sag mir genau, was passiert ist.
كونوا في المَطارِ قَبْلَ السّاعَةِ السّادِسَةِ.Sei vor sechs Uhr am Flughafen.
اِمْشِ بِبُطْءٍ؛ الطَّريقُ زَلِقٌ.Geh langsam; die Straße ist glatt.
أَرْسِلْ لي العُنْوانَ اليَوْمَ، لَوْ سَمَحْتَ.Schick mir bitte heute die Adresse.
لا تَنْسَ جَوازَ سَفَرِكَ.Vergiss deinen Pass nicht.
لا تَتَأَخَّري غَدًا؛ الدَّرْسُ في السّابِعَةِ.Komm morgen nicht zu spät; die Lektion ist um sieben.
لا تَكْتُبوا بِالقَلَمِ الأَحْمَرِ.Schreib nicht mit rotem Stift.
يا مُحَمَّدُ، هَلْ سَمِعْتَ الخَبَرَ؟Muhammad, hast du die Nachricht gehört?
يا صاحِبَ البَيْتِ، الماءُ مَقْطوعٌ مُنْذُ الصَّباحِ.Herr Vermieter, das Wasser ist seit heute Morgen abgestellt.
يا أَيُّها الطُّلّابُ، اِفْتَحوا كُتُبَكُمْ.Studierende, öffnet eure Bücher.

Häufige Fehler

  • أُكْتُبْ -> اُكْتُبْ – das verbindende Alif ist nackt. أ zu schreiben macht daraus eine هَمْزَةُ القَطْع, die nach einem anderen Wort immer noch ausgesprochen würde (wa-uktub statt wa-ktub).
  • اِكْتُبْ -> اُكْتُبْ – das Alif ist ein Echo des Stammvokals, und يَكْتُبُ hat eine Damma. Spar die Kasra für Stämme mit Kasra oder Fatha: اِجْلِسْ، اِفْتَحْ.
  • تَكْتُبْ رَقْمَكَ (als Befehl) -> اُكْتُبْ رَقْمَكَ – das تـ muss wirklich ab. Bleibt es dran, ist die Form nur ein Jussiv, der auf ein لَمْ oder ein لا wartet.
  • اُكْتُبونَ -> اُكْتُبوا – der Imperativ ist Jussiv, also wird نونُ الرَّفْعِ gelöscht und der Plural endet auf ـوا mit seinem stummen Alif. Nur اُكْتُبْنَ behält ein ن, und dieses ن ist das Subjekt.
  • لا تَكْتُبُ هٰذا هُنا. (Bedeutung „schreib nicht“) -> لا تَكْتُبْ هٰذا هُنا. – mit einer Damma ist der Satz eine schlichte Aussage, „du schreibst das hier nicht“. Ein Verbot braucht das Jussiv-Sukūn.
  • لا اُكْتُبْ -> لا تَكْتُبْ – der Imperativ hat keine eigene verneinte Form. Verbieten schickt dich immer zurück zur مُضارِع مَجْزوم der 2. Person.
  • اُقولْ -> قُلْ – ein hohes Verb kürzt sich im Jussiv, und der gekürzte Stamm beginnt mit einem Vokal, also hat ein Hilfs-Alif nichts zu tun.
  • اِمْشي (zu einem Mann) -> اِمْشِ – der schwache Auslaut fällt im Jussiv. Das geschriebene ي gehört nur zum femininen Singular.
  • يا مُحَمَّدٌ -> يا مُحَمَّدُ – ein gerufener Name trägt nie Tanwīn. Eine Damma und Schluss.
  • يا صاحِبُ البَيْتِ -> يا صاحِبَ البَيْتِ – sobald die angesprochene Person ein folgendes Nomen besitzt, ist es eine إِضافَة, und die erste Hälfte geht مَنْصوب. Derselbe Grund für يا أَبا عُمَرَ, nicht *يا أَبو عُمَرَ.
  • يا الأُسْتاذُ -> يا أَيُّها الأُسْتاذُ – يا kann nicht vor الـ stehen; أَيُّها (oder أَيَّتُها) ist der nötige Puffer.

Tipps

  • Bau nie einen Imperativ von Grund auf. Sag den أَنْتَ-Jussiv laut, lass das تـ fallen und hör zu: wenn das, was bleibt, nicht ausgesprochen werden kann, füg das Alif hinzu. Drei Sekunden, kein neues Paradigma.
  • Der Vokal des Alifs ist ein Echo, keine Regel zum Nachschlagen. Sag اُدْخُلْ، اُنْظُرْ، اُكْتُبْ gegen اِجْلِسْ، اِفْتَحْ، اِذْهَبْ im Singsang, und dein Ohr fängt an, richtig zu wählen.
  • Lern die kurzen Unregelmäßigen als Vokabeln, nicht als Ableitungen: قُلْ، كُنْ، خُذْ، كُلْ، بِعْ، قِفْ، نَمْ. Sieben einsilbige Wörter decken die meisten Befehle ab, die du je geben wirst.
  • Meide den Imperativ nicht aus Höflichkeit – Arabisch gebraucht ihn frei und weicht ihn mit einer Wendung auf, nicht mit Grammatik: مِنْ فَضْلِكَ، لَوْ سَمَحْتَ، رَجاءً، تَفَضَّلْ.
  • Drill Positiv und Negativ nebeneinander (اُكْتُبْ / لا تَكْتُبْ, خُذْ / لا تَأْخُذْ). Sie wirken unverwandt, kommen aber aus demselben مَجْزوم, und sie zu paaren hindert dich daran, *لا اُكْتُبْ zu erfinden.
  • Hör beim Lesen auf, den Vokal von لا النّاهِيَة / لا النّافِيَة zu jagen. Echtes Arabisch ist unvokalisiert und der Unterschied ist unsichtbar; ein Schild, ein Rezept oder eine Bedienungsanleitung gibt Befehle, ein Artikel beschreibt.
  • Bei يا stell eine Frage: steht der Name allein, oder besitzt er etwas? Allein gibt eine Damma ohne Tanwīn; etwas besitzen (oder ـي tragen) gibt eine Fatha.
  • Park لِيَكْتُبْ und لِنَذْهَبْ vorerst. Sie in einem Text zu erkennen reicht auf A2; die fünf Formen der 2. Person sind das, was du zum Sprechen wirklich brauchst.